Tag 90 auf dem E1 von Einsiedeln nach Brunnen, 28.07.18

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Heute habe ich kein Wlan, also kein Bericht. Das war eine sehr schwere Tour heute mit 520m Aufstieg und 1050m Abstieg, alles sehr steil. Dafür gab es grandiose Blicke auf die schneebedeckten Schweizer Alpen, und auch mal ein Gewitter zwischendurch. Es war dadurch nicht so heiß wie die Vortage. Heute schlafen wir im Stroh auf einem Bauernhof, der seine Scheune vermietet.

Tag 89 auf dem E1 von Rapperswil nach Einsiedeln. 27.07.18, Einzug ins Kloster

Sonnenuntergang am Zürichsee

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Ich sitze im Kloster Einsiedeln in meiner Zelle und schreibe diese Zeilen. Dazu spälter mehr. 😉

Morgens ging es sehr früh los aus der Pilgerherberge.ch Diese kann ich nur wärmstens empfehlen. 20 SFR plus 3,50 für Frühstück, 12 Bettzimmer, tolle Stimmung, gute Sanitäranlagen, Waschmaschine, Kochgelegenheit, Kühlschrank, WLAN ist super!

Zuerst geht es über einen langen Holzsteg über den Zürichsee. Es war erst kurz nach 7 Uhr, die Luft noch schön kühl, so dass es ein schönes Erlebnis wurde.

Holzsteg über den Zürich
Holzsteg über den Zürichsee

Auf der anderen Seite ging es eine Weile an der Bahnlinie entlang, immer mit Blick auf den See. Dann ging es unter der Bahn her, durch den kleinen Ort Pfäffikon und dann zum Anstieg. Sofort ging es über steile Treppen bis an die Autobahn. Hier gab es noch ,al eine kurze Rast zum Trinken. Obwohl erst kurz nach 8 Uhr waren wir schon wieder nass geschwitzt.

Zürichsee von Pfäffikon

Einmal u,gedreht, und wir sahen diesen ersten Teil des Anstieges. Auf dem Foto sieht man das leider nicht so richtig wie! steil das ist.

Erster steiler Anstieg

So ging es dann 480 Höhenmeter auf 3,8km Entfernung hoch. Das war schon ziemlich anstrengend bei der Hitze. Um 10 Uhr waren wir oben. Auf halbem Weg haben wir noch einmal Pause gemacht.

Unser bisheriger Weg

Kaum über den Gipfel, ging es über eine Straße mit 20% Gefälle wieder abwärts. Am Schild 20% machten die MTB Fahrer ihre Selfies, zum Beweis ihrer Anstrengungen. Unsere Wanderwege hier hoch waren deutlich steiler gewesen.

Wir bekamen aber wieder freie Sicht auf die schneebedeckten Berge im Hintergrund, auf die wir dann den Rest des Tages zuliefern.

Blick auf die schneebedeckten Berge
Kurz vor Einsiedeln

Weiter ging es mal leicht auf, Mails ab, über eine Hochebene. Sehr sonnig, aber sehr schöne Gegend.

Wir kamen dann noch im Bereich des Ortes Egg am Gasthof Krone vorbei. Hier wurde Paracelsus geboren. Direkt daneben ist eine überdachte Brücke.

Überdachte Brücke
Sihlsee

Schließlich sahen wir den Sihlsee vor uns, an dem unser Ziel Einsiedeln liegt. Hubert könnte nicht wieder stehen, als er ein Strandbad sah und bog links ab zum schwimmen. Ich ging schon mal vor zu unserem Tagesziel, dem Kloster Einsiedeln. Das Kloster ist noch richtig im Betrieb. Für Pilger gibt es dort ein Zimmer und Essen können wir auch hier. Also, ich lebe jetzt im Kloster, zumindest bis morgen. 😉

Kloster Einsiedeln. Das Fenster mit dem gelben Vorhang ist mein Fenster
Kloster Einsiedeln

Tag 88 auf dem E1, Pause in Rapperswil, 26.07.18

Faulen Tag gemacht heute. Morgens waren wir hier auf einem Berg, direkt hinter unserer Unterkunft. Da saßen wir schön im Schatten und haben uns den Zürichsee und die Berge angeschaut.

Später sind wir in den Ort. Sobald wir aus dem Schatten waren traf uns die Hitze, bis 32 Grad heute. Wir haben uns ins klimatisierte Migros geflüchtet, eine Einkaufsmal. Als wir halbwegs abgekühlt waren sind wir zurück in die Herberge.

Viel geklönt hier mit anderen Pilgern, denn wir sind ja jetzt Pilger und keine Wanderer mehr.

Dann haben wir wieder für 6 Tage die Unterkünfte gebucht. Extrem schwierig. Wir verlassen übermorgen den Jakobsweg, und dann gibt es keine preiswerten Pilgerherbergen mehr. Der Hammer war ein Hotel für 689 SFR pro Nacht. Wir werden wohl mindestens 2 Nächte von 6 im Zelt verbringen. Das geht aber auch nur bedingt, da wir dann auf über 2000m im Gebirge sind. Lt. Google Luftaufnahmen ist es dort am Gotthard überall megamäßig steil, da kann man kein Zelt aufstellen.

Tag 87 auf dem E1 von Gibswil nach Rapperswil

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Übernachtet hatten wir im Droessli in Gibswil. Das war nicht so mein Fall, Einzelheiten im Audiotagebuch.

Das erste Stück ging über die Landstraße. Morgens direkt wieder superheiß. Es ging dann eine Steigung in die Landschaft hoch, endlich mal wieder runter von der Straße. Aber weiterhin nirgends Schatten in diesem Supersommer. Die Bäche und Flüsse der Umgebung sind ausgetrocknet. Unsere Wirtsleute helfen die Fische und Krebse zu retten.

Landschaft hinter Gibswil

Um 10 Uhr dann eine Pause mit Blick auf den Zürichsee und Rapperswil. Einfach herrlich. Ein bisschen stahl ein Bauer diesem Blick die Schau. Er mähte mit einem Einachser eine sehr steile Wiese, was uns irgendwie faszinierte.

Zürichsee und Rapperswil
Einsamer Rasenmäher

Es ging dann immer weiter bergab, bis wir an ein Nähmaschinenmuseum kamen. Von dort ging es wieder steil bergauf. Der Schock darüber saß so tief, 😉 dass wir erstmal wieder ausgiebig Pause machen mussten, nachdem wir die Steigung überwunden hatten.

Nähmaschinenmuseum

Die glühende Hitze hielt uns fest im Griff. Trotz reichlich Pausen kamen wir gegen 14 Uhr nach knapp 18km in Rapperswil an. Erstmal zum Coop, kaltes Wasser und einen Joghurt kaufen. Im Laden lief die Klimaanlage auf Hochtouren, und wir wollten gar nicht mehr raus.

Unsere Herberge hatte noch zu, öffnet erst um 16 Uhr. Also vertrieben wir uns die Zeit noch am Zürichsee. Ein beliebtes Tourismusziel. Um 16 wurden wir dann sehr nett von Günter empfangen und eingewiesen. Wieder eine Pilger Herberge, aber alles sehr nett. Wir kauften ein und aßen dann mit einer jungen Frau zusammen, die heute den ganzen Weg von Richis Schwendi Stübli hier hergelaufen war. Eine beeindruckende Leistung!

Es fanden sich noch einge andere Pilger ein, und es wurde eine nette Runde. Leider ist es jetzt um 21 Uhr noch extrem warm im Haus, so dass es wohl eine heiße unruhige Nacht geben wird.

Fast ausgetrocknete Bach vor Rapperswil
Zürichsee
Zürichsee
Zürichsee

 

Tag 86 auf dem E1 von Fischingen nach Gipswil

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Übernachtet hatten wir bei Richi und seiner Frau Uschi im Schwendi Stübli. Das war eine Pilger Herberge der Sonderklasse. Als wir den Berg hoch kamen (sie hätten uns auch aus dem Dorf mit dem Auto abgeholt), qualmte schon der Grill. Es gab ein leckeres Rösti zum Abendessen mit gegrillten Würsten und Salatteller. Dazu alle Sorten von Getränken, vom Apfelmost alkoholfrei über Bier bis Wein alles was das Herz begehrte. Dazu lustige Unterhaltung. Als Dreingabe erhielten wir noch jeder ein Schweizer Offizersmesser und Hubert noch eine Sonnenkappe und ein Stück leckeren Pilgerkäse. Wer in diese Gegend kommt muss unbedingt hierhin, sonst verpasst du etwas!

Das herrlich gelegene Schwendi Stübli bei Fischingen

Es ging dann richtig steil hoch aufs Hörnli. Ein Berg von 1133m Höhe. Das waren gut 300 Höhenmeter auf drei Kilometern, das war knackig, wie sich eine Wanderer in im Schwarzwald mal ausdrückte. Von oben gab es dann eine herrliche Aussicht auf die Umgebung. Zum ersten Mal sahen wir auch die schneebedeckten Berge im Hintergrund.

Abstieg vom Hörnli

Vom Hörnlimging es steil bergab bis Steg. Dort tranken wir für 4,40 SFR den teuersten kleinen Kaffee in unserem Leben in einem Cafe. Weiter ging es dann bis Gibswil auf der Landstraße in der prallen Sonne. Sehr anstrengend. Um 16 Uhr machte uns dann die Herbergswirtin vom Droessli auf und ließ uns ein. Wieder eine Pilger Herberge mit Matratzenlager, Toilette und Dusche über den Hof und Pilgersuppe für 16 SFR zum Abendessen und 35 SFR Übernachtung mit Frühstück.

Tag 85 auf dem E1 von Tobel nach Fischingen, 23.07.18

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Wir frühstückten morgens ausgiebig in der Pilger Herberge bei Familie Rupp. Alles sehr prima, tolles Haus, sehr gutes Frühstück, alles für 30€. Beim Abmarsch war es drückend und sehr bewölkt. Wir hatten uns richtig Zeit gelassen, denn heute war nur Kurzstrecke, dachten wir jedenfalls. Doch dazu später mehr.

Es ging dann zum Supermarkt einkaufen. Dann ging es raus aus dem Ort. Erstmal auf der Landstraße nach Thürn. Hier begrüßte uns ein Bauer mit einer frischen Ladung Gülle, frisch vom Fass. Es stank ohrenbetäubend!

Auf dem Weg nach St. Margarethen trafen wir Andrea und John wieder. Wir hatten wieder gemeinsam übernachtet, waren dann aber getrennt losgelaufen. Wir schauten uns die schöne alte Kirche an, in der früher die Pilger unter dem Kirchendach übernachtet haben. Dann trennten sich unsere Wege wieder. Leider sind meine Bilder von der schönen Kirche irgendwie verschwunden.

Im nächsten Ort gab es beim Migros erstmal Kaffee und Kuchen. Dann ging es weiter Richtung Fischingen.

Uriges Haus in Fischlingen

Auf dem Weg nach Fischlingen realisierten wir erst, dass unsere Unterkunft 3,5km hinter Fischlingen ist. Dazu kam noch, dass wir morgens noch mehrere Kilometer Umweg von der Unterkunft zum Laden und dann zum E1 zurück hatte. Also war nichts mit Kurzstrecke, sondern wir waren wieder bei über 20km.

Dann kam dazu, dass es jetzt wieder anfing richtig steil zu werden. Der Weg von Fischlingen zu unserer Unterkunft, dem Schwendi Stübli, war megasteil. Es war auch wieder richtig heiß geworden, und wir haben richtig geschwitzt. An der Unterkunft war schon der Grill an. Es gab ein sehr leckeres Essen und gut zu trinken. Auch der Pilgerschnaps durfte nicht fehlen.  Die Wirtsleute Richi und seine Frau Uschi sind supernett, und es wurde ein wirklich netter Abend mit lustiger Unterhaltung. Das Stübli ist auf einem Weg der parallel zum E1 läuft und später wieder mit ihm zusammentrifft. Diese Unterkunft ist ein absolutes Highlight, auch wenn es ein Matratzenlager ist. Das Bad ist super, auch Waschmaschine und Trockner sind da, auch ein großes Waschbecken für Handwäsche. Die Schweizer Familie, die wir in Märstätten getroffen hatten war in der Nacht vorher auch hier. Es ist hier wie auf einer Alm so einsam und steil, aber es gibt trotzdem gutes WLAN. Richie, der Wirt, schenkte uns noch jedem ein Schweizer Offiziersmesser. Eine supertolle Sache!

Zum Schluss stellte ich noch überrascht fest, dass ich kaum Schmerzen im Knie hatte. Bergauf waren sie einfach verschwunden.

Aufstieg zum Schwendi Stübli
Schwendi Stübli

Tag 84 auf dem E1 von Merstätten von Tobel

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Nach einem leckeren Kaffee, gesponsert von der Herberge, ging es los. Erstmal zum Bäcker, Brötchen Bunkern. Hier stand eine Kuchenbank vor der Tür.

Kuchenbank
Kuchenbank beim Bäcker

Auch heute ist wieder Kurzstrecke angesagt, da wir uns bis zu den richtigen Alpen schönen wollen. Unterwegs trafen wir immer wieder die nette Schweizer Familie und das Ehepaar Andrea und John, mit denen wir gestern einen netten Abend in der Pilger Herberge hatten.

Heute ging es überwiegend durch Felder und Wiesen, immer mit drohend grauem Himmel. Es gab aber mal einen Blick auf die Alpen, die wir in drei Tagen erreichen.

Blick auf die Schweizer Alpen

Mittags sahen wir dann schon unser Ziel, den Ort Tobel Affeltranken vor uns. Mein Knie schmerzte, und ich war richtig erfreut über die frühzeitige Erreichung des Zieles. Nach kurzer Besichtigungnund einchekc des Zimmers gingen wir in das einzig geöffnete Restaurant im Ort, wo es lecker war, und die Wirtin freundlich.

Tobel, das Ziel

Tag 83 auf dem E1 von Konstanz nach Märstetten, 21.07.18

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Morgens ging es los von der DJH Konstanz mit dem Bus in die Stadt. Dort hatten wir zuerst eine “Zeremonie” zu absolvieren. Ich habe den alten Brauch aufgenommen, dass jeder Wanderer eine Muschel von der Ostsee mitnimmt und diese in Bodensee wirft. Ich habe noch einen Eiszeitkiesel dazugelegt und einen zweiten Satz für das Mittelmeer. Heute war der erste Satz an der Reihe. Damit war die Wanderung durch Deutschland endgültig erledigt. Leider lässt sich das Video davon nicht hochladen, da es zu groß ist. Ich füge den Link unter dem Bild ein.

Ostseemuschel und Eiszeitkiesel für den Bodense

Hier der Link zum Video.

https://youtu.be/VMmlRmwAmGI

 

Vom See ging es dann am Bahnhof vorbei zur Schweizer Grenze. Das sind Max. 10 Minuten, und eine wirkliche Grenze ist es nicht. Wir haben keinerlei Kontrolle gesehen.

Die Schweizer Grenze

Nun ging es erstmal durch die Stadt Kreuzlingen, durch eine Art Stadtpark und dann in die Natur. Heute mal keine Sonne, aber trocken. Die Kennzeichnung ist jetzt der der Schwabenweg umd der Jakobsweg. Wir sind jetzt auch Pilger, da nur diese in den Pilgerherbergen übernachten dürfen.  Es geht durch Wald und Feld. Einige Besonderheiten: die Ortsschilder sind blau, und die Zebrastreifen gelb. Erstaunlich.

Es gibt auch echte Kühe hier
Unverkennbar! Wir sind in der Schweiz

Da es eine kurze Etappe ist, kamen wir bald nach Märstetten. Die Pilger Herberge war noch geschlossen. Sie ist erst ab 17 Uhr nach Anruf geöffnet. An der Tür hängt ein Dienstplan der ehrenamtlichen Mitarbeiter mit allen Telnummern. Man muss den zuständigen anrufen, er-sie kommt dann. Die Unterkunft kostet 20€. Wir gingen mit einer Schweizer Familie und dem deutschen Paar Andrea und John in das Restaurant gegenüber. Dort hatten wir mit der Bedienung eine Begegnung der dritten Art. Sie war sehr unfreundlich, was uns echt die Sprache verschlug. Abends waren wir noch einmal hier, da taute sie dann auf. Vielleicht lag das an den selbsternannten “Pilgerschnäpsen” die ihre Chefin nach dem Essen austeilte.

Bei der Begrüßung in der Pilger Herberge könnten wir auch Pilgerpässe bekommen, die in jeder Unterkunft gestempelt werden. Wir sind also jetzt amtlich beglaubigte Pilger auf dem Jakobsweg. Die Herberge hat sehr einfache Mehrbettzimmer, eine Küche und einen Aufenthaltsraum. Da wir mit sehr netten Menschen dort waren, wurde es ein wirklich netter Abend.

 

Tag 82 auf dem E1 von Dettingen nach Konstanz, letzte Etappe in Deutschland

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Morgens ging es mit Zug und Sammeltaxi zum Startpunkt der heutigen Etappe nach Dettingen. Dort gab es erstmal eine Stärkung per Kuchen, dann raus aus dem Ort und Ab in den Wald.

Wald war auch dringend nötig, denn es ist wieder so ein superheißer Tag. Der Wald spendet Schatten und Kühle, herrlich. Und dann kam sogar noch ein Trinkwasserbrunnen im Wald mit eiskaltem Wasser.

Kühler Brunnen im Wald

Der Weg war heute nur kurz. Gegen Mittag war ich nach einer netten unauffälligen Tour in Konstanz an der Uni. Hier bog mein Weg ab vom E1 zur Jugendherberge.

Jugendherberge Konstanz

Die Zimmer in dieser Jugendherberge sind im Turm, verteilt auf 8 Etagen. Ohne Aufzug! Ich war auf Etage 6. Die Aussicht ist gut, aber der Aufstieg mit Rucksack hart.

Bevor ich in die Jugendherberge konnte musste ich noch eine Stunde warten. Ich habe also noch eine Runde am See gedreht. Ich wollte eine Stelle suchen, wo ich meine Muschel und den Eiszeitkiesel, die ich von der Ostsee mitgebracht hatte, versenken kann. Der alte Brauch der E1 ler soll doch bestehen bleiben. Leider ist alles privates Gebiet und eingezäunt. Keine Chance ans Wasser zu kommen.

Also, ich bin fertig mit Deutschland. Ich bin einmal von Nord nach Süd durch dieses Land gewandert. Ich habe bei diesem Marsch ab Hamburg in 67 Etappen 1.441 km gewandert. Das ist ein Schnitt von 21,5km/Tag. Die Pausentage habe ich nicht gerechnet. Ich bin zufrieden mit mir und auch ein wenig Stolz auf mich. Für die weiteren Etappen werde ich es aber langsamer angehen lassen.

Morgen wartet die Schweiz!

Tag 81 auf dem E1, letzter Tag in Singen, 19.07.18

Der letzte Tag Pause in Singen brach an. Morgens war ich ausgiebig frühstücken und zeitunglesen im Bahnhof. Hubert stieß dazu. Gestern war er die letzte Etappe in Deutschland nach Konstanz gegangen. Herzlichen Glückwunsch, dies Thema ist jetzt durch bei ihm. 😉

Vorgestern trafen wir uns nachmittags zu einem langen und ernsten Gespräch. Wir beide hatten das gleiche Problem. So, wie wir die letzten 2-3 Wochen gewandert waren, wollten wir es nicht mehr machen. Wir hatten uns überlastet, und der Spaß ging verloren. Das liegt aber nicht am Wandern, nicht an der Strecke, das liegt an uns!

Wir beschlossen, wieder dahin zurückzukehren, wo wir am Anfang schon mal waren. Kleinere Etappen, in der Regel unter 20km. Das lässt uns Zeit und Kraft den Weg zu genießen, und auch den “Feierabend”. Es kann ja nicht sein, dass wir jeden Abend wie tot ins Bett fallen und keinen Spaß mehr an anderen Dingen haben. Das war im Schwarzwald oft so, auf den sehr langen und sehr schweren Etappen. Auch soll alle 5-6 Tage wieder zwingend eine Pause her. Zwingend von selbst auferlegter Regel.

Und da wir gemerkt haben, dass wir gerne miteinander Wandern, werden wir es gemeinsam tun! Das war etwas, was mich wirklich gefreut hat.

Momentanes Fazit. Den E1 über eine so lange Strecke zu Wandern, ist nicht nur ein körperliches Problem, sondern auch ein mentales. So wie wir unseren Körper pflegen müssen, so müssen wir das auch mit unserer Seele machen. Beides hatten wir vernachlässigt. Das Ergebnis sind körperliche Schmerzen und seelischer Frust. Wir müssen uns so organisieren, dass bei aller Anstrengung die Freude bleibt! Wir hoffen, dass wir das jetzt wieder haben werden.

Wir einigten uns beim Frühstück über die weitere Planungsaufteilung. Die nächsten Unterkünfte sind zu buchen. Geht hier von Deutschland nur per Mail. Mal eben 20 Telefonate führen, wie ich das sonst gemacht habe,  kostet dann mal eben 100€., wenn man in die Schweiz telefoniert.  Auch hier ist es gut, wenn wir uns diese wirklich lästige und nervende Arbeit teilen können. Das dauert alleine, für einen 14Tage Abschnitt, mal eben einen 8 Stunden Tag.

Nach dem Buchungsmarathon der Pilgerherbergen ( wir laufen auf dem E1 eine Weile mit dem Jakobsweg zusammen. Die Pilgerherbergen sind sehr einfache, aber preiswerte Gruppenunterkünfte) musste ich noch Wanderstöcke für die Alpen besorgen und einige Postkarten schreiben und Wäsche waschen. So verging dann der Tag. Unterbrochen von einem Cafebesuch mit Hubert. Heute hatte er mal Heißhunger auf Kuchen mit Sahne. Da ich das immer habe, brauchte er nicht wirklich große Überredungskunst.

Jetzt gehe ich gleich schlafen. Morgen früh fahre ich dann zu einer leicht abgespeckten letzten Etappe nach Konstanz. Dann bin auch ich mit Deutschland durch, und die Schweiz kann mit kleinen aber feinen Etappen kommen. In Konstanz übernachten wir dann das erste mal gemeinsam im großen Mehrbettzimmer. Vermutlich ist hier Oropax gefragt.