Tag 98 auf dem E1 von Anzonico nach Biasca, 06.08.18

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GPX Datei von Anzonico nach Biaska

Wir laufen seit Airolo auf der Strada Alta. Hier eine Gedenktafel für den Gründer.

Gedenktafel Strada Alta

Sonnenuntergang in Anzonico. Leider kann die Handykamera das nur bedimgt festhalten

Übernachtet hatten wir in der Osteria Anzonico, einem kleinen Hotel-Restaurant. Das Essen war gut, unser Kellerzimmer nicht so. Das Haus hat aber auch schöne Zimmer. Nach einem wunderbaren Sonnenuntergang am Vorabend zog ein Gewitter herauf, das etliches an Regen, und eine tolle Abkühlung brachte. Diese monatelange Hitzeperiode macht Allen immer mehr zu schaffen. Am Morgen war es also herrlich kühl, und nach einem letzten Blick von der Terasse ging es los.

Blick von Anzonico

Aus dem Dorf waren wir in zwei Minuten heraus auf einem mäßig steigenden Waldwirtschaftsweg. Hier legten wir die ersten gemütlichen Kilometer zurück und sinnierten darüber, warum denn unsere Vorwandererin Martina nach dieser Etappe einen Grappa und Schokolade für die Nerven brauchte, und auf bayrisch schrieb, mir hoats glangt. Nun, wir haben es erfahren.

Strada Alta, oder der Katastrophenweg

Urplötzlich schaltete der Weg wieder um auf Felsplattenstrasse. Zusätzlich war es sehr steil, immer wieder auf und ab. Es kam noch hinzu, dass wir im Gespräch eine Abzweigung verpassten, und dann mitten im Nichts standen. Der Weg lief 30-40m über uns. Also mit meiner Macchina den Berg hoch, extrem steil und ohne Weg. Da bekam selbst Hubert vor mir mit seinen Wanderstöcken Probleme. Aber wir schafften es mit etlicher Anstrengung und dann gimg es den schwierigen Weg weiter.

Typisches Haus der Bergdörfer hier

Es ging durch mehrere kleine Orte. Einmal stand ein Festzelt mit Bühne mitten auf dem Weg und wir mussten durch das Zelt laufen.

Jetzt kamen wir dann an den Teil des Weges, den Martina wohl gemeint hat. Die Felsstufen waren z.T. so hoch, dass ich nicht mehr darüber kam. Ich musste meine Anhänger Macchina abhängen, und einzeln über die Stufen heben. Es wurde auch noch mal steiler, und oft ging es rechts mehrere hundert Meter senkrecht bergab, ohne Geländer. Auf trockenem Boden, und mit entsprechender Umsicht liegt das noch im Rahmen eines Wanderweges, aber es hebt einem gelegentlich schon den Magen etwas aus.

Felsplattenweg

Nach einer ausgiebigen Pause, bei der wir uns von den Strapazen erholen konnten, kam wieder ein besserer Weg, an dem es auch wieder einige Brunnen gab. Wir nutzten das Angebot reichlich, und überschütteten uns reichlich mit Wasser. Auffällig hier, es sieht aus wie Herbst im August, die Blätter rieseln von den Bäumen. Auch die Wege sind voll mit Blättern.

Jetzt sollte es eigentlich nur noch bergab gehen. Das tat es auch. Viele hundert Höhenmeter auf schrecklichen Wegen. Wir hatten gedacht, wir hätten das Schlimmste hinter uns, aber das war falsch. Es kam erst. Dieser Abstieg zieht sich endlos steil auf schlechtestmöglichen Wegen und geht erheblich auf die Knie. Zwischendurch mal nicht so schlimme Strecken, umd auch mal ein interessanter alter Baumriese.

Sehr langer und steiler Abstieg, der Kniekiller
Alter Baumriese

Es kam dann, nach einem halbwegs begangbaren Stück noch ein schöner Vorlick auf unser Ziel Biasca, dann kam eine Treppe in Serpentinen mit hunderten Stufen. Jetzt waren unsere Knie endgültig hin, und wir legten uns neben einem Brunnen für 10 Minuten auf eine Wiese.

Blick auf Biasca
Treppenserpentinen

Ein letzter Blick auf den Berg, den wir herabgestiegen waren, und dann gingen wir die letzten Kilometer bis zu unserem Hotel Guardinetto in Biasca auf heißer, aber flacher Landstrasse. Eine Wohltat für Knie und Oberschenkel.

Von diesem Berg sind wir sehr steil herabgestiegen

4 Gedanken zu „Tag 98 auf dem E1 von Anzonico nach Biasca, 06.08.18“

  1. Hallo Rainer,ich hab mal wieder “geguckt”
    ich bewundere deine ( Eure) Energie & Durchhaltevermögen!

    Dein (sicherlich vorläufiges? ) Ziel ist doch Genua ? Für mich als Autofahrer sagt der Routenplaner:
    265 km / ca 3 Stunden
    Ohne recherchiert zu haben seit ihr aber zu Fuß noch ca 2 Wochen unterwegs!
    Ich wünsche dir dafür die Kraft und das du weiterhin gute Erlebnisse / Kontakte hast.

    Wenn du zurück bist, würd ich gern mal einen “Gang” um den Ümminger See mit dir machen.

    Gruss

    Heinrich Nierhoff

    1. Hi,

      Schön von dir zu hören. Wir werden wohl eher die doppelte Strecke laufen, da unser Weg immer im Zickzack läuft.
      Den Ümminger See können wir gerne mal umqueren, mache ich fast jedes Wochende.

      Bis dann … Rainer

  2. Lieber Rainer

    Bin diesen Sommer diese Strecke gewandert. Habe mich vermutlich an der gleichen Stelle verlaufen und musste auch ziemlich steil hochkraxeln. Unten am Brunnen legte ich mich auch auf den Boden, denn ich war fix und fertig.
    Ich bewundere Deine Leistung und wünsche Dir für die nächsten Abenteuer viel Freude.

    Lieber Gruß aus der Schweiz

    1. Hallo Marie-Therese

      Vielen Dank für dein Lob und die lieben Grüße. Hab mir gerade noch mal die ganzen Bilder angeschaut, und sofort waren diese kaputten Wege wieder vor meinen Augen. So ein krasser Gegensatz. Diese herrliche Gegend, und dann diese Wege.
      Aber schön war’s trotzdem, wenn auch megaanstrengend.

      Liebe Grüße zurück …. Rainer

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