Tag 115 auf dem E1 von Sannazzaro d.B. nach Castelnuovo Scrivia

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Morgens gegen 7:30 Uhr zogen wir nach einem sehr schlechten Frühstück aus dem Hotel Eridano ab. Es gab italienisches Frühstück, also nur Süßes. Der angebotene Kuchen, Birne mit Schoko, war uralt und steinhart. Im Eierkorb lag ein einsames zerquetschtes Ei. Neue Eier konnte der Mitarbeiter nicht besorgen. Zusätzlich macht dort der Aufzug einen Riesenlärm. Jedesmal wenn er runterfährt hört es sich so an, als ob der Aufzug stehengebliebem ist, und nun jemand verzweifelt gegen die Wände hämmert. Entsetzlich! Mehr als ein lapidares Sorry war der Dame nicht zu entlocken. Für uns war das eine sehr kurze Nacht durch diesen Lärm, und eine schlechte Erinnerung, an ein eigentlich gut ausgestattetes Haus.

Der Tag stand unter dem Motto: On the road again. Es ging den kompletten Tag über verschiedene Straßen.

endlose gerade Landstrassen ohne Seitenstreifen

Zuerst ging es noch, es gab einen Seitenstreifen. Danach immer direkt auf der Strasse, ohne Seitenstreifen. Sehr gefährlich!

Diese, und die nächsten zwei Etappen sind experimentell. Es gibt weder Kennzeichnung, noch einen wirklich ausgearbeiteten Track. Sven, von e1.hiking-europe.eu hat einen Vorschlag gemacht über 69km. Hubert hat ihn in drei Etappen aufgeteilt und leicht abgewandelt. Er hat sich mehr im Flachland gehalten und die Bergschleifen herausgenommen. Davon hatten wir genug. 😉

Man ist in dieser Gegend etwas eingeschränkt mit der Wegführung. Es gibt nur eine Brücke über den Po in dieser Gegend. Die nächste ist eine Ecke weit weg. Der Weg dorthin, und auch zur nächsten Brücke, kreuzt unendlich viele kleine Wasserkanäle, die die Felder bewässern. Man weiß nie, wie weit man hier kommt. Es bleiben leider nur die Strassen, oder sehr mühsame Wegsuche nach Übergängen über die Kanäle.

baufällige Brücke über den Po

Nach etwa 5 km Landstrasse kamen wir an diese baufällige Brücke. Die LKW sind ausgesperrt durch Poller, PKW dürfen nur 30 kmh fahren. Dabei rappelt umd schwingt die Brücke trotzdem bei jedem Auto. Überall Rost! Oh Mann, vor einer Woche ist in Genua eine Autobahnbrücke eingestürzt. Daran dachten wir, als wir geschwinden Schrittes dieses marode Bauwerk überquerten. Ich füge noch einen Link zu einem kleinen Video ein.

Marode Brücke über den Po bei Sannazaro de Burgondi

marode Po Brücke
Brücke über den Po

Der Po selbst ist hier mehrere hundert Meter breit. Ein Hauptarm und mehrere Nebenarme. Aber kaum noch Wasser drin.

Der Po bei Sannazaro de Burgondi
Der Po

Weiter auf der Landstrasse. Langsam wird es warm und wärmer. Um 9:30 Uhr Pause auf einem schattigen Spielplatz in Cornale e Bastida. Es ging dann weiter durch den Ort, der einer Geisterstadt gleicht. Eine Fabrik mit eingeworfenen Fenstern verfällt leise vor sich hin. Viele Häuser im Ort auch. Viele Häuser haben Schilder, zu verkaufen, zu vermieten. Die restlichen Häuser gammeln. Und das sieht nicht nur hier so aus. Die meisten Orte in dieser Gegend sehen so, oder so ähnlich aus. Eine Region im freien Fall in den Abgrund. Es erinnert ein wenig an die heruntergekommenen Dörfer on Polen.

verfallene Fabrik
auch die Dörfer verfallen

Weiter auf der Strasse durch den nächsten Ort, Alzano Scrivia. (Scrivia ist ein Fluss) Auch hier ein trauriges Bild. Wenigstens die Mücken plagen uns nicht mehr, wir verlassen die Region der Kanäle und Tümpel. Links von uns im Dunst, wie auch schon gestern, die Berge. Der Apennin?

Um 12 Uhr laufen wir im Zielort Castelnuovo Scrivia ein. Zuerst wieder das gleiche Bild. Eine verlassene Hauptstrasse, viele Häuser brauchen Putz und Farbe und mehr.

Ortseingang Castelnuovo Scrivia
Castelnuovo Scrivia

Später kamen wir ins Zentrum, dort sah alles besser aus. Im Zentrum war Wochenmarkt. Im Supermarkt kauften wir noch ein, eine kleine Pause, und dann ging es weiter, auf die andere Seite des Ortes. Hier liegt unser Motel an der Autobahn A7.

Wochenmarkt in Castelnuovo Scrivia

 

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