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Weitere Erkundungen des Ortes und der Umgebung

Stadtrand, Richtung Slums

Nachdem ich bereits einen Teil von Otjiwarongo erwandert hatte, wollte ich nun die andere Richtung des Ortes erkunden. Hier sind auf der Karte ausgedehnte Wohngebiete zu sehen.

Also los zur Hauptstraße, und dann rechts ab, anstatt links, wo es zu City geht. Nach ein paar hundert Metern bin ich dann links abgebogen, Richtung Ortsrand. Die Idee war, einmal rund im den Ort herumzuwandern.

Es ging durch ein paar kleine Sträßchen. An jeder Straßenecke wurde der Müll abgekippt. Meist lose mit der Schubkarre auf einen Haufen geworfen. Eine Frau in Müllmänneruniform versuchte mit einem einzelnen Müllsack dagegen anzukommen. Sie pickte hier und da was aus dem Müll. Mülltrennung auf Africaans? Das System habe ich noch nicht verstanden.

Impressionen aus dem Ort

Ich kam dann an den Stadtrand. Es geht von der Hauptstraße beständig leicht bergab. Das ist sehr gut. Bei den abendlichen Starkregengewittern wird die Straße vom Müll befreit. Er wird einfach auf ein große Gelände geschwemmt. 🙂

Am Stadtrand, natürlicher Müllsammler

Hierhin führen auch einige betonierte Wasserkanäle. Ich möchte garnicht wissen, was das alles so ist, was sie aus dem Ort herausspülen. Es gibt auch einige natürliche Einschnitte, die aus dem Ort herausführen. Hier sieht man auch Unmengen von fortgespültem Müll. Am Ende sammelt sich dann das Wasser in kleinen Senken. Die Menschen und die Autos kurven drumrum. Es ist matschig, Mengen von Fliegen sind hier, und stinken tut es nicht unerheblich.

Abwasserkanal
Was hier beim nächsten Regen wohl ankommt?

Trotzdem muss es aber eine Art von Müllabfuhr geben. In dem Teil in dem ich wohne gibt es sogar Mülltonnen. In anderen Teilen stehen Container. Solche, in denen bei uns Bauschutt abtransportiert wird. Wer will schmeißt seinen Müll rein, oder daneben.

Angespülter Müll

Man kann aus dem obigen nicht unbedingt schließen, dass die Menschen hier generell unreinlich sind.

Wenn ich morgens vor 8 Uhr loslaufe ist es noch angenehm unter 25 Grad. Dann sind sehr viele Menschen in ihren Höfen oder Gärten am werkeln. Die Grundstücke sind IMMER!  etwa 2m hoch eingezäunt. Auch die armseligsten. Hinter dem Zaun, oder der Mauer, befindet sich in den ärmeren Gegenden ein festgestampfter Lehmboden. Keine Blume, kein Strauch, nix. Aber es wird täglich gefegt. Das sieht absolut akkurat aus. Geschätzt 90% der einfachen Grundstücke sehen so aus. Alles aufgeräumt, kein Müll. Scheinbar wird der auf die o.g. Grundstücke oder Straßenecken gekippt und dann irgendwie, zumindest teilweise, entfernt.

Impressionen aus den Straßen

Impressionen

 

Es gibt aber auch eine schwarze Mittelschicht. Die haben oft wirklich sehr schön gestaltete Gärten. Schöne Steine und Pflanzen aus der Halbwüste bilden das Grundgerüst. Dazwischen Kübel mit blühenden Blumen. Wirklich schön!

 

Oben schrieb ich, dass die Autos um den Schlamm in den Senken herumfahren. Was machen die da überhaupt? Der Einwohner von Otjiwarongo an sich, geht nur zu Fuß wenn er extrem arm ist. Jeder andere nimmt sich ei Taxi. Geschätzt 50% der Autos auf der Straße sind Taxen. Sie haben große Nummern auf der Heckscheibe. Und sie hupen jeden Fußgänger an, und sprechen und winken ihn an. Kumm, kumm! Das nervt!

Zurück zu meiner Wanderung.

Die Häuser wurden immer instabiler. Baumaterial Stein wechselte zu Blechresten und Folie. Einer wohne in einem Auto, das auf die Seite gekippt war. Das Dach war aufgeschnitten. Er saß auf einem alten Rücksitz in dem völlig entleerten Auto und schaute aus dem aufgeschnittenen Dach, wie aus einem Fenster.  Über seinem Kopf war eine Lücke, da drin war früher die Tür. Folie drüber, und fertig ist der Sta-Caravan.

Dazwischen dann ein Neubaugebiet mit vielen bunten kleinen Häuschen. Richtig nett! Linke Dtarßenseite Slum, rechte Seite Neubaugebiet. Hoffentlich können die Menschen dort bald alle in Häuser umziehen.

Dann wurde es nochmal deutlich schlimmer. Es gab keine Häuser mehr, das waren nur noch in Folie eingepackte Gerüste. Die Leute extrem schmutzig, der Gestank enorm. Hier bin ich dann umgekehrt. Ein Mensch mit einem teuren Handy in der Tasche und etwas Geld, sollte hier nicht herlaufen. Diese Armut ďort war extrem erschreckend und belastend.

Kleine Einschiebsel. Nachdem ich dann einen Spießrutenlauf heraus aus diesem Gebiet gemacht habe, kam ich zurück an die Hauptstraße. Ich steuerte auf eine der bielen kleinen Grillbuden zu. Da gibt es Pap, einen Maisbrei mit irgendwas drin. Auch sowas wie Fladenbrot und sehr ekelig aussehende dunkelgraue Grützwürste. Ich versuche immer wieder irgendwas zu finden, von dem ich meine, ich könnte das essen, ohne Gefahr für Leib und Leben.

Wäherend ich also langsam vorbeiging und die Auslagen studierte, warf sich neben mir einer dieser extrem ärmlichen uns schmutzigen Menschen auf den Boden. Er stopfte sich ein Stück vom Rand eines Fladenbrotes in den Mund und würgte das schlammige Ding in Sekunden herunter. Dabei blieb er mit dem Mund fast am Boden, schirmte seine “Beute” mit den Armen ab, damit ihm das niemand streitig machen konnte. WELCHE NOT!

Und dann stehe ich daneben und bin massiv überfordert. Ich könnte sein Leid sofort ändern. Aber wenn ich mein Portomonaie aus der Tasche hole, und ihm für einen oder zwei Euro eine Mahlzeit kaufe, begebe ich mich jn echte Gefahr. Eine Reaktion auf den Vorfall ist, dass ich nur noch ein bischen Geld lose in der Tasche habe. Und außerdem gibt es von diesen Menschen eine Menge. Das geht mir echt nicht mehr aus dem Kopf. Ich wollte das Land kennenlernen. Aber wollte ich dabei solche Zustände entdecken???

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