Die Bilder muss ich nachliefern, Upload klappt gerade nicht.

Nachdem ich Freitag den 13. gut überstanden hatte, habe ich mir den Ort angeschaut, und die Geschäfte. Man muss ja wissen, wo es was gibt, denn ich bin hier Selbstversorger.

Otjiwarongo ist, wie wahrscheinlich ganz Afrika, ein sehr gespaltener Ort. Es gibt den überwiegend von Weißen bewohnten Teil. Meist deutschstämmige, oder Nachfahren der Holländer. Deren Häuser sind sehr groß, haben oft herrlich gestaltete Grundstücke. Alles eingefasst von hohen Mauern mit vierfach Elektrozaun drauf und Natodraht und rasiermesserscharfen angeschliffenen Winkeleisen.

Dann gibt es den mittleren Teil. Hier wohnt die Mittelschicht der Schwarzen. Oft auch sehr schön gestaltete kleine Gärten, hübsch bunte Häuser.

Ich wohne in einem Teil, da leben die einfachen Leute. Winzige Häuschen. Drumrum ein ein Zaun, ist wichtig! Mir ist nicht klar, wovor er schützen soll. Ich würde mich garnicht trauen die Grundstücke zu betreten.
Dann gibt es noch die ausgedehnten Slums. Da bin ich am Dienstag,also heute, gewesen. Davon mache ich einen Extrabericht.
Am Sonntag habe ich Steffie getroffen. Eine Wanderkollegin aus Bochum. Sie macht hier ehrenamtlich ein halbes Jahr Dienst in einem Altenheim mit Krankenhaus als Krankenschwester. Die Gebäude werden aus Deutschland von der Kirche gesponsert. Steffie ist hier, um einige medizinische und hyhienische Standards einzuführen, und bei der Einrichtung des Krankenhauses zu beraten. Sie ist die einzige examinierte Kraft hier! Sie hatte Dienst am Wochende, und so trafen wir uns in ihrer Mittagspause.
Wir haben nett geplaudert, während wir im Superspar einen Kaffee getrunken haben. Dann hat sie mir noch eine Einkaufsmall gezeigt. Anschließend habe ich sie zurückgebracht zur Arbeit. Diese Woche muss sie leider nach Windhoek, ist erst gegen Ende der Woche wieder da

Zu den Geschäften.
Otjiwarongo ist ein kleiner Ort von 28.000 Einwohnern. Dafür gibt es außergewöhnlich viele Supermärkte. Der große Superspar ist etwa so wie ein großes Kaufland mit Restaurant und Cafe. Es gibt sehr große Tankstellen, Werkstätten usw. Ich bin sehr positiv überrascht. Es könnte auch ein Geschäft in Bochum oder Venlo sein. Es ist ein deutsch/niederländisches Sortiment. Leider sieht der Vla hier nur so aus wie Vla. Er schmeckt greuselig!!!

Dann gibt es noch die Läden der Schwarzen. Ich war in einem drin um den Schlüssel zum Haus abzuholen. Absolut schrecklich! Ein schwarzes Loch, etwas größer als eine Garage. Überall Gitter. Ein Loch in der Betonwand als Fenster. Jeder zweite fragt dich: you gimmi something? Heißt: gib mir Geld
Ich wurde von dort noch in die nebenan liegende Kneipe geschleppt, da musste nochmal telefoniert werden um die Zimmerwirtin zu wecken. Scary! Drei Mann brachten mich dann über die Straße zu meiner Kuhanga Villa. Ihr dürft raten was sie sagten? Genau. Gimmi something.
Der Oberboss der Gang bekam 20 namibische Dollar, das sind 3 €. Die Gang sitzt jetzt den ganzen Tag auf der Straße, gegenüber von meinem Haus. Auch hier ist natürlich eine hohe Mauer mit einem Stahltor. Bevor ich irgendetwas machen konnte, als ich beim nächsten Mal mit dem Auto ankam, riss der erste das Tor auf, und sagte? Genau. Gi mi something. Als ich das zweite mal kam, bin ich ausgestiegen, und habe sie vom Hoff gejagt. Ich glaube, ich sollte jetzt im Dunkeln nicht mehr hier herlaufen. Die sichere Einnahmequelle ist weg. Für 20$ konnten sie 5 Literflaschen Bier kaufen. In der prallen Mittagssonne knallt das gut. 😉
Als letzte Kategorie von Läden gibt es noch Unmengen von fliegenden Händlern. Sie laufen durch die Gegend und versuchen ihr Zeugs loszuwerden. Von Bonbons bis Fahrradreifen. Alle paar Meter ist an den breiteren Straßen eine kleine vergitterte Bretterbude, oder einfach eine Decke auf dem Boden. Süßigkeiten sind Standard. Die gibt es überall. Es gibt auch Obst- und Gemüseläden, unzählige Barbershops, Carwash (by hand) und Airtime. Airtime ist Internetverbindung. Entweder per Simkarte, oder als eine Art Internetcafe auf dem Handy des Shopbesitzers.
Ich habe diese Läden vorsichtshalber nicht fotografiert. Sie würden alle vor mir stehen: gimmi something. Da ich mich nicht melken lassen will, ist mir das zu gefährlich.
Ich habe mir eine Simkarte mit Internet 3 GB gekauft. Kostet knapp 25€. Völlig unerschwinglich für die Mehrheit der schwarzen Bevölkerhng. Der Provider MTC behauptet: 98% Abdeckung des Landes.
Ich war gestern 45km in der Pampa in einer Gepardenstation. Kein Haus, nichts. Nur die Station. Das nächste Haus Kilometer entfernt. Telefon ging, Internet ging auch, wenn auch langsam. In der Stadt habe ich normal LTE. So gut ist Deutschland noch lange nicht. Ich habe im Frühjahr in Ostfriesland täglich über viele Stunden beim Wandern keinerlei Empfang gehabt. Das war erheblich weniger entfernt von der Zivilisation. Warum kann ein armes Land wie Namibia das, und Deutschland nicht?