Tag 110 auf dem E1 von Turbigo nach Casterno, 18.08.18

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GPX Datei von Turbigo nach Casterno zum runterladen.

Morgens ging es erstmal durch die ärmlich wirkende Stadt auf die Zufahrtsstrasse. Auf dieser gimg es dann etwa 3km entlang, laut und nervig.

Blick auf Turbigo

Der Weg bog dann ab zum Ticino. Immer wieder durch kleine Wälder, an den unterschiedlichsten Formen des Flusses vorbei. Dann mal wieder Auenlandschaften. Durchwegs herrlich!

Ticino

Was mich aber immer wieder abstößt. Diese herrlichen Naherholungsgebiete sind total vermüllt. Überall leere Pet-Flaschen und Becher, dazu anderer Müll. In Bergen!

Alter Kanal

Einmal kam ein Warnhinweis, Route gesperrt. Bin trotzdem weitergegangen. Es kam dann ein Bach, der sich tief eingeschnitten hatte beim letzten Unwetter. 20m weiter ließ er sich dann überqueren. Danach war dann noch ein Stück abgestürzter Steilküste zu umgehen.

Alter Bootsschuppen mit Lastkahn

Gegenüber von diesem alten Lastkahn habe ich dann am Kanal eine ausgedehnte Pause gemacht.

Immer weiter, mal durch Wald, mal am Kanal, mal am Ticino. Einmal ein Stück Wald, da sah es aus wie Herbst. Es war so trocken, dass selbst hier, direkt am Ticino, die Bäume ihre Blätter abgeworfen haben. Im August!

Herbstwald im August am Ticino

Dann mal wieder ein zugewachsener Weg, hinter einer Autobahnbrücke. Hier geht nächstes Jahr niemand hindurch, höre Audiotagebuch. An einem letzten Wehr vorbei ging es noch gut 4km durch den Wald, in wilden Schlangenlinien. Es war mittlerweile über 30 Grad und unerträglich drückend. Hier kam mir jetzt meine Macchina, der Benpacker zugute. Vom Rucksack war nichts zu merken, und ich wanderte mit Trackingsandalen. Eine riesige Erleichterung diese Macchina!

Stauwehr am Ticino

Endlich kam ich beim Agriturismo Cascina Bullona an. Der Inhaber meinte, wir seien doch sicher sehr am Ende bei dieser Hitze. Er gab uns zwei Einzelzimmer zum Preis von einem Zimmer, damit wir uns in Ruhe erholen könnten! Alles prima

Tag 109 auf dem E1 von Panperduto nach Turbigo, 17.08.18

Audiotagebuch zum anhören (während ich diese Datei hochgeladen habe, mit LTE, konnte ich eine ganze Tüte Chips essen. Soviel zum italienischen Mobilnetz)

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GPX Datei von Somma Lombardo nach Turbigo zum runterladen

Ich könnte es wieder sehr kurz machen: das war eine richtig schöne Tour! Ende.

Übernachtet hatten wir im Panperdutto. Das ist eine Herberge neben einem gleichnamigen Bauwerk, das als Schleuse und zur Wasserregulierung des Ticino dient. Ein sehr tolles und preiswertes Haus.

Hier beginnt ein Netzwerk von Kanälen und Seitenarmen, durch die sich der E1 die nächsten Tage schlängelt.

Erstmal ging es zu einem Stauwehr, wo der Weg abbiegen, und über eine Halbinsel zu einer Brücke führen sollte. Tat er auch. Allerdings musste man dann eine senkrechte Eisenleiter hoch, die im Rücken einen Schutz gegen Absturz hat. Da passt kein Rucksack durch! Also den 1 km wieder zurück zur Staumauer, die Augen aufgemacht und der E1 Kennzeichnung gefolgt, die am Ufer herführt.

Staumauer und Halbinsel

Es war aber sehr interessant auf diesem Mittelstreifen zwischen zwei Gewässern zu laufen.

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Tag 108 auf dem E1 vom Lago di Monate nach Somma Lombardo, (Panperdutto), oder wo sind unsere Wege, 16.08.18

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GPX Datei vom Lago di Monate nach Somma Lombardo

Eigentlich könnte ich heute einen ganz kurzen Bericht schreiben. Auch diese Etappe existiert nicht mehr, sie ist zugewachsen. Ende.

Ein bischen möchte ich aber doch noch schreiben. Morgens habe ich erstmal eine Stunde auf mein bestelltes Brot gewartet. Es war für 8 Uhr bestellt, aber dann erst um 9 Uhr fertig. Dann ging es los, heute alleine. Hubert hat einen Tag alleine wandern angemeldet.

Aus dem Ort ein Stück über die Straße, dann links in den Wald. Und schon begann das Drama! Zuerst war der Weg leicht, dann immer schlimmer werdend, zugewachsen. Über mannshoch mit schnellwachsenden falschen Akazienbüschen und Brombeerranken. Hier geht in vier Wochen niemand mehr durch! Gut eine Stunde habe ich mich bis zu einer Straße durchgekämpft. Danach sahen meine Arme und Beine so aus.

Arme und Beine blutig vom zugewachsenen Weg

Daraufhin habe ich für mich diesen Abschnitt des E1 für unpassierbar erklärt, und bin einige Kilometer auf der Landstraße gelaufen. Kurz vor Sesto Calende war ich wieder auf dem E1. Dann ging es auch wieder in den Wald. Sofort wieder weggeschwemmte Wege, zig umgestürzte Bäume. Mal alte, mal frisch umgefallene. Die werden wohl nicht weggemacht. Wieder fast eine Stunde Kampf. Danach habe ich den E1 wieder verlassen, und bin auf der Strasse bis zum Ziel gelaufen. Kurz vor dem Ziel lachte mich ein Restaurant an, und mit einer leckeren Portion Spaghetti con Vongole, und einem eiskalten Aqua minerale frizzante, habe ich mich über die Strapazen hinweggetröstet.

Fazit: Auch diese Etappe existiert nicht mehr. Hier muss massiv gerodet werden, und zwar über Kilometer, oder hier läuft niemand mehr her.

Vom Restaurant waren es noch gut 500m bis zu sehr guten Unterkunft, die genauso heißt wie die danebenliegende Sehenswürdigkeit: Panperdutto.

Panperdutto

Tag 107 auf dem E1 von Orino zum Monate See, oder der gesprengte E1, 15.08.18

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GPX Datei von Orino zum Lago di Monate zum runterladen, bitte nicht nachlaufen! Es geht über gesperrtes Betriebsglände mit Explosionsgefahr!

Übernachtet hatten wir in Orino, in einer tollen Ferienwohnung. Die heutige Etappe hatten wir etwas entschärft, da wir von den total zerstörten und supersteilen Bergwegen entnervt waren. Wir gingen hinter Orino nicht über den Berg, sondern am Berg entlang.

Zuerst über schöne angenehme Waldwege. In einem kleinen Dorf wussten wir nicht so recht weiter, die Bewohner halfen uns. Dann verließen wir den E1, was dieser umgehend bestrafte. Jetzt war nicht mehr das Problem, dass die Wege zerstört waren, sie waren einfach weg. Total überwuchert von einem stacheligen Busch, den ich als falsche Akazie kenne, und haufenweise Grünzeug. Dazwischen Brombeerranken. Wir mussten uns etwa eine Stunde mal durch mehr, dann durch weniger Dschungel, den Weg freikämpfen. Meine Arme umd Beine waren total zerkratzt. Hier mal ein paar Impressionen vom Weg.

Zugewachsene Wege

Danach kamen wir durch einen Wald, immer bergab, zurück zum  E1. Jetzt kam zum Vorschein, dass sich die Landschaft völlig geändert hat, vor uns liegt eine riesige Ebene. Die erste größere Ortschaft seit einiger Zeit ist dann Gavirate. Nachdem wir endlos durch enge und winzige, mehr oder weniger verfallene, Bergdörfer gewandert sind, nun eine europäische Stadt. Verkehr, Geschäfte, Menschen und laute und stinkende Autos. Ganz ungewohnt alles.

Immer wieder an Straßen entlang, keine Gehwege. Scheint aber niemanden zu stören, dass da zwei Wanderer am Strassenrand hertippeln.

Dann ging der Weg mal wieder steil und schlecht bergauf. Plötzlich ein, von einem umgefallenen Baum zerstörter, Zaun mit Inschrift Durchgang verboten. Kurz drauf tonnenschwere Betonblöcke als Sperre, dann gefällte Bäume auf dem Weg. Und immer so komische Schilder mir explodierenden Bomben drauf. Dann standen wir plötzlich vor einem riesigen Loch. Ein Steinbruch. Nun hatten auch wir es verstanden.

Der Weg läuft hier zwischen zwei Steinbrüchen. Sie wurden, und werden immer noch, täglich vergrößert. Der E1 existiert hier nicht mehr, er wurde weggesprengt. Das Gelände ist weiträumig mit Zäunen abgesperrt. Wir kamen nur hinein, weil ein Baum auf den Weg gefallen war. Eine Stunde suchen und herumirren, immer auf illegalem Betriebsgelände, mit Warnschildern vor Explosionen, um wieder herauszukommen. Das machte nicht wirklich Spaß, ist verboten und gefährlich. Also bitte diesen Bereich weitläufig umwandern. Diese Etappe muss ganz neu gestaltet werden zwischen Biandronno und dem Lago di Monate. Der im Plan eingezeichnete Weg ist nicht mehr da, die Umgebung eingezäunt!

Irgendwann kamen wir dann doch auf dem Camping Lago die Monate an. Sehr merkwürdig alles dort, ein reiner Hochsicherheitstrakt. Mir hat es nicht gefallen. Alte Toiletten mit Loch im Boden, Duschen die sich nicht verstellen lassen, und ein Restaurant das noch viel merkwürdiger ist. Es gibt angeblich nur ein Gericht, keine Karte, und lauwarmes Bier für Hubert. Komischerweise hatten alle Italiener anderes Essen als wir. Nun denn. Ein toller Sonnenuntergang belohnte uns für diesen Katastrophentag.

Sonnenuntergang am Lago di Monate

Tag 106 auf dem E1, Pause in Orino, 14.08.18

Nach dem Supergau gestern, war heute Schadensbegrenzung angesagt. Erstmal alles waschen und trocknen. Die Schuhe in die Sonne, da stand gestern das Wasser drin.

Morgens erstmal einkaufen, und dann ein ausgiebiges Frühstück. Danach haben wir die Touren weitergeplant, und die Hotels gebucht. Noch knapp 14 Tage, umd wir sind in Genua, wenn alles gut geht! Mittags waren wir erstmal fertig mit den Nerven. Diese Bucherei ist nervenaufreibend! Also erstmal Mittagspause bis 15:30Uhr.

Die letzten Buchungen fertig gemacht, dann den Blog der letzten Tage nachgetragen. Jetzt ist es 18:35Uhr. Also wie man sieht, die Bürotage beim Wandern sind keine Erholung. Wenn du lieber Leser vorhast eine solche Wanderung zu machen, stell dich drauf ein, das ist anstrengend! Draußen zieht das nächste Gewitter auf, Feierabend.

Morgen sind wir wahrscheinlich auf einem Campingplatz. Wünscht uns eine trockene Nacht. Einen Bericht gibt es dann wahrscheinlich erst wieder frühestens übermorgen.

Tag 105 von Brinzio nach Orino, oder der Gewittertag und der Gau, 13.08.18

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Übernachtet hatten wir im Hotel de Brinsc. Gute Zimmer. Frühstück gibt es erst ab 9:30Uhr. Wir wurden also an der Kaffeemaschine angelernt. Ein italienisches Frühstück, also süß und ohne Käse und Wurst, lag in eingeschweißten Packungen für uns bereit. Für mich grauselig. Ich habe also meine eigenen Wurstvorräte gegessen.

Dort hinauf führt der Weg

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Tag 104 von Cavagnano nach Brinzio, 12.08.18

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Übernachtet hatten wir im Hotel Alpino. Etwas schwülstiges Design, aber sonst OK. Wlan nicht gut.

Erstmal ging es zurück nach Cuasso Al Monte. Hier hatten wir ja die Tour verlassen. Es war ein sehr bedeckter Himmel. Dafür gibt es überall wieder E1 Schilder in rot,weiß, rot.

Cuasso Al Monte

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Tag 103 von Tesserete in der Schweiz nach Cavagnano in Italien, 11.08.18

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GPX Datei von Tesserete, Schweiz über Lugano nach Cavagnano, Italien zum runterladen

Bilder folgen, das WLAN hier ist grottenschlecht, wir sind in Italien.

Zahnradbahn

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Tag 102 auf dem E1 von Isone nach Tesserete, 10.08.18

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Gpx Datei von Isone nach Tesserete zum runterladen

Übernachtet hatte wir im Hotel Camoghe. Soweit alles OK, aber teuer. Ein 0,5l Bier oder Cola kostet 6 SFR. Es gibt im Dorf noch mehrere Unterkünfte, Schilder hängen aus, nur im Internet haben wir sie nicht gefunden.

Es ging nur ein paar Meter über die Strasse, dann bogen wir in einen Waldweg ein. Und hier geschah es! Wir fanden ein Schild des E1, und lernten dabei auch, was das Schild Sentiero bedeutet, das wir einige Male gesehen hatten, nämlich Wanderweg. Es war das erste, und wahrscheinlich einzige E1 Schild in der Schweiz, denn morgen verlassen wir die Schweiz gen Italien. Niemand, mit dem wir gesprochen haben in der Schweiz, kannte den E1. Banausen! 😉

E1-Sentiero Europeo

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Tag 101 auf dem E1 von Bellinzona nach Isone, 09.08.18

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Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, oder der Endkampf im Felsenmeer

Obiges Bild zeigt das Motto des Tages, aber fangen wir vorne an.

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